Von Düsseldorf nach Südamerika mit dem Fahrrad

Ein Pärchen aus Flingern sammelt Spenden für ein Fahrradprojekt in Afrika. 

Lena Kleine-Kalmer und Hardy Handel haben rund 50 Kilogramm Gepäck auf ihren speziellen Reisefahrrädern mit dabei. Der ‚Lago de Atitlán’ in Guatemala eignete sich gut für eine Pause.

Lena Kleine-Kalmer und Hardy Handel haben rund 50 Kilogramm Gepäck auf ihren speziellen Reisefahrrädern mit dabei. Der ‚Lago de Atitlán’ in Guatemala eignete sich gut für eine Pause.

6200 Kilometer, 12 Länder und 26 gespendete Fahrräder für Afrika: Das ist die Bilanz, die die Düsseldorfer Lena Kleine-Kalmer (29) und Hardy Handel (32) nach einem halben Jahr ziehen. Im August 2012 beluden sie ihre speziellen Reisefahrräder und los ging es vom Hermannsplatz in Flingern nach Rumänien. Die zweite Etappe führte von Mexiko nach Panama, wo die beiden zurzeit die Panamericana in Richtung Hauptstadt entlang radeln.

Doch nicht nur das Reisen steht für die beiden im Mittelpunkt. Sie tun dabei auch noch etwas für den guten Zweck. „Mit unserem Projekt ‚Velosophics’ wollen wir Geld für die gemeinnützige Organisation World Bicycle Relief sammeln. Sie hilft Menschen in Katastrophen-und Krisengebieten, mit Fahrrädern mobil zu werden“, sagt Handel. Schulkinder in Afrika könnten so zum Beispiel zur nächstgelegenen Schule radeln oder es könne einfacher Wasser transportiert werden. Zu ihren Spendern gehören Familie, Freunde, Geschäftskontakte aus Deutschland, aber auch viele Menschen, denen sie unterwegs begegnen.

Bei Temperaturen von 40 Grad und mit jeweils rund 50 Kilogramm Gepäck legen die beiden Tagesetappen von 70 Kilometern im Schnitt zurück. „Das hat viel mit Anstrengung und Leiden zu tun, aber ich habe gelernt, dass alles möglich und machbar ist“, sagt Kleine-Kalmer. Unterwegs ziehen die beiden vollbepackten Radfahrer viel Aufmerksamkeit auf sich. Doch das kommt ihnen sogar zugute: „Oft werden wir auf der Straße angesprochen. Die Leute bieten uns einen Schlafplatz oder ein Essen an und einige sammeln auch extra Geld für unser Projekt“, erzählt Handel. „Unsere Fahrräder öffnen Türen“, resümiert Kleine-Kalmer.

Die ehemalige PR-Beraterin Lena Kleine-Kalmer und der Ingenieur Hardy Handel begannen ihre Fahrradreise vor sechs Monaten. Sechs weitere Monate liegen noch vor ihnen.

Die ehemalige PR-Beraterin Lena Kleine-Kalmer und der Ingenieur Hardy Handel begannen ihre Fahrradreise vor sechs Monaten. Sechs weitere Monate liegen noch vor ihnen.

Auf dem Blog www.velosophics.de schreiben die Düsseldorfer über ihre Erlebnisse. Zu einem der aufregendsten Erlebnisse zählt für Kleine-Kalmer bisher das Wild-Campen in Rumänien: „Mitten in der Nacht waren wir auf einmal von Wildschweinen umzingelt. Zum Glück konnten wir uns auf die zweite Ebene eines Holzpavillons flüchten.“ Doch vor allem die positiven Geschichten überwiegen. „Wir versuchen, mit den Leuten in Kontakt zu kommen und es ist toll, wie gastfreundlich viele sind“, sagt Handel, der unterwegs etwas Spanisch lernte.

Im kommenden Sommer werden die beiden zurück in Düsseldorf erwartet. Bis dahin liegt die Strecke von Kolumbien bis nach Argentinien noch vor ihnen. „Die größte Herausforderung werden die Anden mit ihren bis zu 4000 Meter hohen Pässen sein“, sagt Kleine-Kalmer. Dennoch überlegen Handel, der vorher als Ingenieur arbeitete, und Kleine-Kalmer, die bei einer PR-Agentur angestellt war, ihre Reise noch um einige Monate zu verlängern.

Bilder und Spendenmöglichkeit auf www.velosophics.de.

 (Artikel erschienen 20.03.2013, Rheinische Post)

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