“Es muss Spaß machen”

WhyownitWhyownit2Mal eben schnell eine Bohrmaschine vom Nachbarn leihen. Nur wer hat jetzt eine? Das Hamburger Startup WHY own it (‚Warum es besitzen’) hat eine App fürs iPhone erfunden, die das Teilen und Ausleihen erleichtern soll. Der Gründer ist kein Unbekannter.
 
Von Katharina Frick

Was genau kann man mit WHY own it machen?

Mit der App kann man Produkte in seiner Wohnung abfotografieren oder den Barcode einscannen und zum Teilen oder Verschenken hochladen, und natürlich sehen, was andere anbieten. Wenn sich jemand etwas ausleihen will, muss er den Anbieter kontaktieren und verabreden. Die App zeigt einem an, welche Produkte es ganz in der Nähe gibt. So kommt man in Verbindung mit Freunden und Fremden.

Vor vier Jahren hast du auch das Online-Marktportal Avocado Store gegründet, wo nachhaltige Mode vertrieben wird. Ist WHY own it als Portal zum Teilen – statt Kaufen – da nicht kontraproduktiv?

Ich habe vor drei Jahren gemerkt, dass es der Industrie völlig egal ist, ob die Menschen nachhaltig kaufen oder nicht. Wir können mit dem Avodaco Store nicht mit Mainstream-Herstellern konkurrieren. Außerdem haben wir gemerkt, dass die meisten Menschen keine Zeit und keine Lust haben, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Es muss immer einfach sein und Spaß machen.

Wie bei euer App also. Was für Produkte werden dort geteilt?

Von Spielen über Nagellack bis hin zu Bohrmaschinen ist fast alles dabei. Aber das Teilen soll auch dazu anregen, wieder mehr mit Nachbarn und Fremden in Kontakt zu treten. Wenn ich mich zum Beispiel mit jemandem in einem Café treffe, von dem ich ein Buch ausleihen will, dann kommt man vielleicht ins Gespräch über das Buch. Im besten Fall trifft man sich wieder.

Was genau ist daran jetzt nachhaltig?

Wenn ich zum Beispiel eine Spiegelreflexkamera vorher testen kann, bevor ich sie mir dann wirklich kaufe, ist das viel wert. Dann bin ich auch wirklich begeistert von ihr und schmeiße sie nach einem Jahr nicht wieder in die Ecke. Oder eine Bohrmaschine, die man nur alle paar Monate mal braucht, auszuleihen, anstatt sie zu kaufen. Damit werden Geld und Ressourcen gespart.

Eure App kostet nichts. Verdient ihr also gar kein Geld mit der Idee?

Mit der App als Produkt verdienen wir kein Geld. Wir wollten bewusst kein Geld dafür nehmen. Als Beratungsagentur für große Kunden finanzieren wir die App mit.

Philipp GlöcklerInterview-Partner war Philipp Glöckler, Gründer mehrerer Start-Ups.

Weitere Informationen: Die App ist für das Iphone seit August 2012 zu haben. Laut WHYown.it teilen und leihen sich rund 20.000 aktive Nutzer mit der App diverse Produkte aus. Eine App für Android ist mittlerweile auch in Planung.

Dieser Artikel ist zuerst auf goodimpact.org erschienen.

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