„Nachhaltigkeit hat viele Gesichter“

Nachhaltiges Reisen in Uganda – untergebracht bei NGOs /
Erschienen auf goodimpact.org

welcometougandaMit dem Projekt „Welcome to Uganda“ organisiert Johnny Strange, Sänger der Band Culcha Candela, seit Anfang 2013 Erlebnisreisen in das ostafrikanische Land. Der 31-Jährige Berliner, der mit gebürtigem Namen John Lwanga heißt, hat seine Wurzeln in Uganda und ist lokal gut vernetzt.

Von Katharina Frick

Was bedeutet für dich Nachhaltigkeit, Johnny?

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Hauptsächlich geht es für mich dabei um Umdenken und Verantwortung übernehmen. In welchem Bereich, das ist jedem selbst überlassen. Mit Welcome to Ugandasetzen wir uns besonders im sozialen Bereich ein. Wir wollen den Menschen vor Ort helfen. Das soll auch mit – beziehungsweise durch – Tourismus gehen. Dabei geht es uns um die Begegnung von Menschen auf Reisen und den direkten Austausch mit Einheimischen. Die Reisenden kehren dann hoffentlich mit einem nachhaltig wirkenden Eindruck über das Land zurück. Bei unseren Reisen achten wir außerdem darauf, dass bei der Zubereitung des Essens möglichst lokale Produkte verwendet werden und dass die Guides aus den jeweiligen Regionen kommen, damit das Geld vor Ort bleibt. Wir haben aber keine Überprüfungsmechanismen.

Wie genau sieht euer Projekt aus?

Wir arbeiten mit verschiedenen NGOs und Projekten in Afrika zusammen, dabei profitieren wir auch von den Verbindungen meines vor 5 Jahren gegründeten Vereins Afrika Rise. Zurzeit sind wir ein kleines 5-köpfiges Team und bieten Erlebnisreisen nach Uganda an. Das besondere dabei ist, dass die Leute in den Community-Projekten vor Ort untergebracht werden. Die meisten NGOs stellen uns Unterkünfte. So können die Reisenden, die Menschen und Kultur viel direkter und besser kennenlernen. Und im besten Fall spenden die Reisenden danach vielleicht noch etwas. Den Gewinn, den wir als Reiseveranstalter einnehmen, fließt zu größten Teilen in die Hilfsprojekte zurück.

Muss sich jeder, der mit euch nach Uganda reist, dann zum Spenden verpflichtet fühlen?

Nein, auf keinen Fall. Das wäre nur ein schöner Nebeneffekt. Keiner erwartet das. Es ist jedem Reisenden selbst überlassen, ob er die Projekte über die Zahlung von Unterkunft und Verpflegung hinaus unterstützen will.

Geht nachhaltiges Reisen denn überhaupt? Immerhin fliegt man ja Tausende Kilometer bis nach Uganda, was nicht besonders nachhaltig für die Umwelt ist, oder?

Natürlich könnte man nach Afrika mit dem Schiff hinfahren, aber das wäre nicht sonderlich ökonomisch. Aber alleine dadurch, dass wir leben, sind wir eigentlich schon eine Belastung für die Umwelt. Das kann man also nicht verhindern. Man kann sich aber für einen Ausgleich einsetzen. Wir weisen unsere Reisenden darauf hin, dass sie zum Beispiel bei atmosfair die Treibhausgasemissionen ausgleichen sollten. Das ist aber noch jedem selbst überlassen.

Nenne doch bitte mal ein Beispiel für ein Projekt einer NGO, die ihr unterstützt.

Da gibt es zum Beispiel Kida. Das ist eine NGO, die sich mit der Aufklärungsarbeit in Sachen AIDS/HIV beschäftigt. Dabei unterstützen wir hauptsächlich ein Krankenhaus, das rund 1200 Leute aus der Umgebung versorgt und eine Berufsschule. Dort gibt es auch eine Anlage, in der dann unsere Gäste untergebracht werden.

Wie viel kostet eine Reise bei euch? Und wer sind eure Kunden?

Wir bieten Individual- oder Gruppenreisen mit unterschiedlicher Dauer an. Eine zweiwöchige Reise kostet für fünf Personen dann beispielsweise zwischen 1400 – 1600 Euro pro Person (ohne Flug). Das ist im Vergleich zu großen Veranstaltern eher günstig. Wir richten uns besonders an aktive Menschen, die sich näher mit der Kultur Ugandas beschäftigen wollen. Das können zum Beispiel junge Leute sein, die keine drei oder sechs Monate Zeit für ein freiwilliges soziales Jahr Zeit haben, aber auch Berufstätige, die mal etwas anderes erleben wollen.

Mehr Informationen unter www.welcometouganda.de

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